Heute möchte ich gerne meine Erfahrungen einer etwas ungewöhnlicheren Reisedestination mit euch teilen. Ich war im August für 1 Woche im Kosovo. Hintergrund dieser Reise ist eine Kooperation mit der Diakonie dort vor Ort und meiner Gemeinde. Wir waren mit einigen Jugendlichen dort für einen interkulturellen Austausch. Ich kann ziemlich sicher sagen, dass dies einer der eindrucksvollsten Wochen für mich war. Wir haben so viel sehen und erleben können und dadruch die Kultur und Menschen auf einer viel tieferen Ebene erlebt, als man es als Tourist erfährt.

Lage

*alle rot markierten Städte wurden besichtigt (Pec=Peja)

Städte: Prizren, Peja, Zvecan & Mitrovica

Prizren

1 Tag haben wir in Prizren verbracht. Sie gilt als die schönste Stadt des Kosovo und dies zurecht. Das kleine Städtchen ist wunderschön und lädt zum schlendern und flanieren ein. Außerdem haben wir das Museum „Albanian League of Prizren“ besucht und uns dort ein bisschen über die albanische Geschichte informiert. Danach ging es ein Stück weiter Stadauswärts zum Loyola Gymnaisum. Dies ist ein Privat-Gymnasium. Wir bekamen dort eine Führung und mussten feststellen, dass diese Schule sogar moderner war als manch eine in Deutschland. Einziger Nachteil ist die mit Abstand sehr hohe Schulgebühr. Obwohl es einige Stipendien gibt, sind die Plätze auf 90 Schüler limitiert. Zurecht stellten wir uns die Frage, ob in einem Land mit mangelnder Bildung und einer sehr hohen Arbeitslosenquote es nicht besser wäre, anstatt einer Eliteschule das Geld besser in normale Schulen zu investieren umd einheitliche Standards zu schaffen. Nichtdestotrotz waren wir dennoch beeindruckt was dort auf die Beine gestellt wurde, um die Persönlichkeiten der Schüler zu fördern. Zurück in Prizren haben wir außerdem den Aufstieg zur Kalaja-Festung auf uns genommen und wurden mit einem atemberaubenden Blick über ganz Prizren belohnt.

Stadt: Prizren
Essen: Restaurant „Te Syla“
Sehenswürdigkeiten: Museum „League of Prizren“, Kalaja-Festung, Loyola Gymnasium

Peja

Einen weiteren Tag verbrachten wir in der Stadt Peja. Dort besuchten wir erneut ein Museum der albanischen Geschichte und danach fuhren wir in die Berge zum Restaurant. Dort gab es für uns das landestypische „Flia„. Es wird in mehreren Schichten und über mehrere Stunden zubereitet. Es hat mich vom Geschmack her ein wenig an Pfannkuchen erinnert. Wir verbrachten auch nach dem Essen noch ein wenig Zeit dort.

Stadt: Peja
Essen: Restaurant „Te Liqeni -Rugove“
Sehenswürdigkeiten: Natur, Wanderwege, landestypischer Markt im Zentrum

Zvecan

Zvecan liegt direkt neben Mitrovica. Diese kleine Stadt liegt im nördlichen Teil des Kosovo. Es lohnt sich der Aufstieg des Hügels dort, wo heute noch die Ruinen der damaligen Festung besichtigt werden können. Von oben hat man einen wunderschönen Ausblick von Ost nach West der Stadt.

Stadt: Zvecan
Sehenswürdigkeiten: Hügel von Zvecan mit Ruinen der Festung

Mitrovica

Mitrovica ist eine sehr lebendige Stadt, in der vowiegend junge Menschen leben. Dies spiegelt sich auch Abends im Stadtzentrum wieder. Alle Cafés und Bars sind, vor allem im Sommer, gut gefüllt und es herrscht eine ausgelassene Stimmung dort. Bei unserem Besuch der Diakonie Kosovo mussten wir jedoch erfahren, dass der Schein sehr wohl trügen kann. Denn ca. 60% der Menschen dort sind arbeitslos und haben nur wenig Chancen und Perspektiven. Die Diakonie arbeitet tagtäglich daran dies zu ändern, indem Sie vor allem jungen Menschen diverse Ausbildungen ermöglicht, sei es handwerklich, elektrotechnisch, oder gar durch die Vermittlung diverser Fremdsprachen. Wer sich hierzu noch mehr informieren möchte, der kann gerne auf der Diakonie Homepage vorbeischauen. Auch gibt es immer wieder Möglichkeiten dort ein freiwilliges soziales Jahr zu absolvieren bzw. dort in irgendeiner Form mitzuarbeiten.

Stadt: Mitrovica
Essen: Restaurant „Ura“ (italienisch), Café Missini Sweets
Sehenswürdigkeiten: Diakonie Kosovo, Moschee, Markt, städtisches Flair

Hühnerfarm der Diakonie Kosovo

Die Diakonie betreibt außerdem eine Hühnerfarm etwas abseits der Stadt in den Bergen. Dort beschäftigen sie vor allem behinderte Menschen, da diese oft keine Chance auf Arbeit bekommen. Die dort angebauten Produkte wie Kartoffeln, selbt produzierter Ziegenkäse, Eier, etc. werden dann vorrangig weiter verkauft, um die Farm zu finanzieren. Ohne finanzielle Unterstützung durch diverse Förderer wäre das Bestehen der Farm jedoch nicht möglich. Wir konnten uns selbst von den guten Produkten bei einem leckeren Mittagessen überzeugen.

weitere Impressionen aus dem Kosovo:

  

Wie gefallen euch die Bilder? Habt ihr Lust auf ein Reisevideo aus dem Kosovo? Lasst es mich gerne wissen, dann versuche ich in der nächsten Zeit was aus meinen Mitschnitten zusammen zu stellen. Bis dahin habt noch einen schönen Tag 😀

Eure